90. Tagung Thüringer Entomologen vom 17. November 2006 in Erfurt


Rahmenthema: "Unsekten im Ökosystem Wald"

Etwa 45 Teilnehmer konnten durch den Leiter der Sektion "Lepidoptera", SVEN ERLACHER (Chemnitz), begrüßt werden. In seiner Einführung legte er den Teilnehmern dar, dass er aus beruflichen Gründen der Sektion in absehbarer Zukunft nicht mehr vorstehen könne. Er erklärte sich jedoch bereit, dem neuen (noch nicht gefundenen) Sektionsleiter in der Übergangsphase tatkräftig zur Seite zu stehen. Die Geometriden Thüringens sollen weiterhin von ihm bearbeitet werden.

Außerdem bat SVEN ERLACHER um die Mitarbeit bei der inhaltlichen Gestaltung und Betreuung der Homepage des Thüringer Entomologenverbandes e.V. (www.thueringer-entomologenverband.de). Interessenten mögen sich bitte mit ihm oder einem anderen Mitglied des TEV-Vorstandes in Verbindung setzen.

Dr. HANS LÖBEL (Sondershausen) informierte die Teilnehmer über die Fortführung der Arbeiten an der Noctuiden-Fauna Thüringens, welche bisher von WOLFGANG HEINICKE (Gera) erledigt wurden. Dr. HANS LÖBEL bat um Fundmeldungen, möglichst mit InsectIS erstellte Datensätze, jedoch wären auch Listenmeldungen möglich.

Über den Zusammenhang zwischen Erforschungsgrad und Kartierungshäufigkeit am Beispiel der Makrolepidoptera im Jonastal bei Arnstadt äußerte sich Prof. Dr. NORBERT GROSSER (Arnstadt). Ausführlich erläuterte der Referent die Auswertung der Untersuchung im Zeitraum von 2001 - 2007. So wurden im Ergebnis von 284 Kartierungsdurchgängen 7.678 Datensätze erstellt. Im nächsten Vortrag erläuterte DIRK STADIE (Eisleben) die Schwierigkeiten beim Nachweis von Glasflüglern (Sesiidae). Die üblichen Sammeltechniken wie Lichtfang, Raupenklopfen oder Puppenkratzen führten kaum zum Erfolg. Der Einsatz von Pheromonen, die Raupensuche oder die Zucht seien wesentlich erfolgreicher. Als günstige Untersuchungsgebiete wurden u. a. aufgelassene Parkanlagen sowie Straßenböschungen genannt.

In der sich anschließenden Diskussion wurden einige Probleme und Fragen erörtert, z. B. Bezug von Pheromonen, Sammlungsqualität, Behandlung von Tütenfaltern und anderes mehr. Anschaulich wurde die Bandbreite der Techniken, vom Einsatz der Kaffeemaschine über die Tiefkühltruhe, Blumensteckmasse bis hin zum Einsatz eines speziellen Fensterputzmittels erläutert.

Im letzten Vortrag der Sektionssitzung stellte GERALD SEIGER (Kraupa) die Neuigkeiten der Version 8.8 des faunistischen Datenerfassungs- und Auswertungsprogramms InsectIS vor. Weiterhin wurden der Stand der Entwicklung, die Installierung und Möglichkeiten der Aktualisierung dargelegt.



M. HOFFMANN, Eisenach